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Begleitwort
Nun schreite ich meinem dreiundsiebzigsten Geburtstag entgegen und ich bin des
Schaffens immer noch nicht müde geworden. Irgendwie bin ich wohl ein wenig,
oder gar mehr als erträglich, danach süchtig geworden, meine Gedanken und
Gefühle auszuleben und dementsprechend auch fest-zuhalten. Ich mag es nicht,
wenn leere, weiße Papierblätter vor meinen Augen sinnlos ihr Dasein fristen.
Irgendwie erfüllt es mich mit einer wahrhaft inneren Genugtung und
Begeisterung, wenn wieder und immer wieder eine Seite angefüllt ist, mit
meinen Empfindungen. Ob Erzählungen, Märchen, Natur- oder Tiergeschichten, vor
allem aber Gedichte, denn viele von ihnen beinhalten irgendwie mein mühselig,
eintöniges Leben. Ist es doch ausgefüllt seit über einem Jahrzehnt
an-strengender, oftmals qualvoller Hingabe und Pflege für meine liebe Frau
Anni. Es ist wohl meine Waage, die versucht, mein Leben immer wieder in einen
gewissen Gleichklang zu bringen. Und wenn dann wieder ein Buch fertig geworden
ist, bis hin zum Druck und Eingebundensein, dann bin ich ganz einfach froh und
glücklich. Bedeutet es doch,etwas Bleibendes geschaffen zu haben,welches für
meine Kinder, Enkel und Urenkel und vielleicht sogar für deren Nachkommen
etwas Wertvolles bedeuten könnte. Ich glaube mich schemenhaft entsinnen zu
können, an einen Lebensabschnitt meiner frühesten Kindheit. Schlinzigs, unsere
Nachbarn aus meiner Heimatstadt Graupen, warteten oftmals schon auf ihrer
Gartenbank unter dem alten Apfelbaum auf mich,(sie waren schon längere Zeit
Rentner). Und wenn ich mich dann zu ihnen gesellte, fragten sie mit einem
schalkhaften Lächeln im Gesicht: ”Na Franzl, was hast du denn heute Nacht
wieder geträumt?” Ich setzte mich zu ihnen und begann zu erzählen. Aus kleinen
Traum-bildern, die ich mir mitunter selbst ausgedacht hatte, entstanden kleine
kindhaft-naive Ge-schichtchen und diese ersponnenen Phantasie-gebilde,
vielleicht waren sie die Grundlage für meine spätere Fähigkeit, andere
Menschen mit meiner eigenen Literaturhingabe zu begeistern und so will ich es
auch weiterhin tun, solange ich geistig und kräftemäßig dazu befähigt bin.
Franz Lorber |