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Neubeginn ...
Noch einmal neu beginnen?
Ja, bin ich denn von Sinnen?
Soll mich jeden Tag begleiten,
ein Buch mit leeren Seiten?
Wird es ein Neugelingen,
mich hoch empor zu schwingen?
Soll ich dem Ruf noch folgen,
zu schweben in den Wolken?
Soll ich mit Windeswehen,
mir selbst in’s Antlitz sehen?
Soll zählen ich die Falten,
im Angesicht, dem alten?
Soll ich auf meinen Tasten,
noch schreiben, soll ich hasten?
Soll ich in vielen Stunden,
noch malen, was ich empfunden?
Es wird ein “Neugestalten”,
in Ruhe, im Verhalten,
mit meinen Heimlichkeiten,
für alle, alle Zeiten.
Und einst in vielen Tagen,
dann werde ich mich fragen.
“Hast du dich durchgerungen?
Ist es dir noch gelungen?”
Vielleicht werd’ ich still nicken,
mir selbst in’s Auge blicken,
um dann mit stillem Zeichen,
als Dank die Hand mir reichen ... Mir ist
...
1.
Mir ist, als würde ich durch einen Bogen schreiten.
Weit aufgespannt liegt er auf meinem Weg.
Ich bin dahingeschritten, fast in Unendlichkeiten,
auf vielen Straßen und auch auf manchem Steg.
Ich möchte manchmal meine Schritte zählen,
die ich jahrzehntelang dahingewandelt bin.
Die Ungeduld, ich möcht’ es nicht verhehlen,
mitunter war sie die Wegbegleiterin.
Ich bin gewiss mit meinen vielen Jahren,
sehr oft gestolpert und manchmal fiel ich hin.
So hab ich Freud und Leid der Wanderschaft erfahren,
als ich aufstand, ging mir so vieles durch den Sinn.
Ein jedes Jahr, ein Stückwerk meines Lebens.
Es hat sich angereiht zu einer Perlenschnur.
Doch manche Perle, ich suche sie vergebens,
sie ist zerronnen, wie Sand in einer Uhr.
2.
Wie trockner Sand rann sie durch meine Hände,
die Zeit, die sich nicht mehr anhalten lässt.
Wenn meinen Zeiger ich festhalten könnte,
ich ließe ihn nicht los, ich hielt ihn fest.
Mein Leben? Ich würd es wieder so gestalten,
wie ich mit Höh’n und Tiefen es durchlebt.
Nach getaner Arbeit würd’ ich die Hände falten,
als hätt ich mein Erlebtes eingewebt.
Ein Gobelin, ich hab ihn hingehangen,
und handgeknüpft hängt er dort an der Wand.
Vor vielen Jahren hab ich angefangen,
zu knüpfen ihn, mit Herz und mit Verstand.
Mein Gobelin, ihn schmücken viele Seiten.
Gedruckte Worte formen ihn zum Bild.
Sie widerspiegeln die gelebten Zeiten,
mit jedem Jahr hat er sich angefüllt.
3.
Noch ungeknüpft, der Saum vom vielen Träumen.
Die klammen Finger, mitunter sind sie müd.
Dies Bildnis möcht ich so gern umsäumen,
solange noch ein Fünkchen in mir glüht.
Ich kann’s nicht lassen, dieses Ausgestalten.
Die Perlenschnur, ich reih’ sie Wort für Wort.
Nicht mehr so ungestüm, eher schon verhalten,
füll ich sie an, ganz still an meinem Ort.
Doch manches Mal möcht ich die Fäuste ballen.
Die Zeit, sie rinnt dahin wie trock’ner Sand.
Und wenn Kometen dort vom Himmel fallen,
dann streckt sich sehnend nach ihnen meine Hand.
Ich stille meinen Durst aus Feuerschalen,
und meine Sehnsucht stillt mir mein Gemüt.
So lasset mich mein Bild zu Ende malen,
lasst es zu Ende bringen, mein kleines Liebeslied.
4.
Vielleicht war all mein Mühen auch vergebens.
Ich weiß es nicht und Zweifel in der Brust,
sind die Begleiter während meines Lebens,
doch zweifelhaftes Hoffen nährt die Lust.
Ich möchte manchmal meine Schritte zählen,
die ich auf meinem Weg gegangen bin.
Bedauerlich, dass manche mich heut quälen,
die ich dahinschritt, ohne Ziel und Sinn.
Mir ist, als würde ich durch einen Bogen schreiten.
Weit aufgespannt über meinem Haupt,
hat er sich ausgebreitet, nach allen Seiten,
die Weitsicht hat er manchmal mir geraubt.
Mir war, als würde mich die Ferne locken,
jedoch mein Bogen hat mich eingezwängt.
So konnt ich mutlos nur am Boden hocken,
obwohl die Sehnsucht mich nach vorne drängt.
Sternschnuppen ...
Mein Novemberhimmel ist übersäät
in sternklaren Nächten,
mit kleinen silbernen Streifen,
die sekundenschnell dahinhuschen,
ins Dunkel zurück.
Wenn das Sonnenlicht
immer weniger wird,
und eiskalte Nächte
den Wind erstarren lassen im Frost,
dann weint sogar mein Himmel,
und du kannst ihn hören.
Die Seele der Welt zerspringt
zu unzählig kleinen Himmelskörpern,
und die kleinen Sternensplitter,
sind ihre Tränen.
Einige von ihnen
fallen zu mir auf die Erde ...
In mir ist leises Wehen ...
Der Herbst ist eingezogen.
Nun malt er Stund’ auf Stund’,
in farbenfrohem Bogen,
die Blätter kunterbunt.
Das Laub beginnt zu schweben,
nun liegt es grau und fahl.
Was bunt war noch so eben,
ist leer mit einem Mal.
Der Sommer ist gegangen,
und drüben im Geäst,
wo noch die Vöglein sangen,
kein Lied sich hören lässt.
Der Wind beginnt zu wehen.
Er bläst schon folgenschwer.
Ich kann ihn fast schon sehen,
den Winter, zu mir her ...
Ach, wie die Wolken fließen,
als wären sie ein Fluss.
Sie möchten mich noch grüßen,
mit ihrem Abschiedsgruß.
In mir ist leises Wehen
in dieser dunklen Nacht.
Ein stilles ‘Von mir Gehen’,
hat traurig mich gemacht.
So viele, viele Bäume
sie winken mir noch zu,
spätherbstlich meine Träume,
sie decken mich bald zu ...
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